Korbliftreste, Fähre und Heimfahrt, 21.-22.9.2013

Skandinavien – Lichter des Nordens
Tag 12 – Sa, 21.9.2013
– Korbliftreste und Fähre

Als ich um 6 Uhr planmäßig aufwachte, war’s noch recht düster. Oh. Das ist blöd. Noch kein Sonnenaufang? Dann schlaf ich wohl besser noch ein halbes Stündchen.

Danach kam ich aber nicht mehr so leicht aus den Federn – schließlich war’s fast 7 Uhr bis ich wegfuhr und die Lösung für die Düsterkeit sah:

Eine tiefe Wolken/Nebeldecke. Na toll. Wie soll ich da was von den Korbliftresten sehen?

Nun, trotzdem hab ich mich auf den Weg gemacht und brav die 25,- NOK Mautgebühr bezahlt. Ob man dafür nur bis zum Parkplatz oben fahren darf oder die Straße als Durchgangsstraße nutzen darf, war mir nicht ganz klar, da es zumindest ein Viehgatter hinterm Parkplatz gab.

(Fotos anklicken zum Vergrößern, soweit nicht vergrößert gepostet.)


^ Fahrstrecke 20.-21.9. (21.9. türkis, nur Norwegen-Teil)
S) Gaustatoppen
T) ehemaliger Korblift Sundvollen – Krokkleiva


^ Mautautomat, ungewöhnlich mit den Preisknöpfen ..

Hab mich erst mal auf die Suche nach dem angeblichen Platz einiger Körbe/Sessel gemacht. Dort war aber meterhohes Buschwerk, so dass ich nichts ausmachen konnte. Evtl. hätte man da im Winter mehr Glück – oder ich war falsch – oder es liegt hier nichts mehr rum. Jedenfalls war alles sehr nass und ebenso meine Hose bis zum Knie.


^ Irgendwo hier in der Gegend sollten evtl. alte Körbe oder so rumliegen? Aber bei dem meterhohen Gebüsch hinterm Haus hab ich nix gefunden.

Zurück zum Parkplatz und in die Hotelanlage – ajo, da steht ja ein Korb, sogar mit Text. Dann können die Überreste der Bergstation ja auch nicht mehr weit sein…

… et voilà.

Sogar Holzstützen hatte das Teil. Ach wenn er doch nur noch liefe – aber da bin ich 35 Jahre zu spät.


^ Dafür ist direkt in der Ferienanlage ein alter Korb prominent aufgebaut :)


^ Korb und Tür .. und ein Zettel


^ Historisches Foto und Text. Der Korblift war also von 1958 bis 1978 in Betrieb. 10 Jahre lang zuvor gab’s glaub ich einen ESL.


^ Und da hinten – nicht zu übersehen – die Bergstation des ehemaligen Korblifts.


^ Bergstation. Über den Zaun musste man halt klettern …


^ Umlenkung Bergstation


^ Bergstation und 3 Stützen. Evtl. wurden die letzten 2 Stützen nachträglich aufgestellt und die Portalstützen vom ESL übernommen?


^ Kleine Stütze an der Bergstation.


^ Stütze und Trasse


^ Vmtl. ehemaliges Liftwärterhaus, bis auf ein paar am Boden liegende Kabel komplett ausgeräumt


^ Holzstütze


^ Mal eine andere Wippenkonstruktion.


^ Holz-Metall-Stütze links


^ .. und rechts


^ Korb Nr. 22 von der Seite

Jedenfalls waren meine Schuhe und Hose Klatschnass durch das nasse hohe Gras, und ich machte mich auf den Weg zum Hafen in Langesund.

Beim Runterfahren gab es mal wieder kaum Möglichkeiten, zum See zu blicken. Dass man das hier – wie auch in anderen Ländern- so überwuchern muss, nervt: Viele Parkplätze usw. an Seen usw. sind mit Bäumen umzäunt, so dass man nichts sehen kann oder eben immer irgendwelche Bäume im Blick hat.


^ Aussichtspunkt an der Straße. Wie so häufig, verwildert und unbrauchbar.


^ Irgendwo hatte man dann aber doch noch ein bissl Aussicht auf den See (Steinsfjorden)


^ Blick runter nach Sundvollen und zur E16


^ Infotafel Krokskogen, der Korblift ging ca. im Bereich von Punkt 1 (hier, rot markiert) zu 2.


^ Könnte sein, dass hier irgendwo mal die Talstation des Korblifts stand.

Da ich ja noch Zeit hatte, bin ich die kürzere – und diesmal Mautfreie Strecke nach Langesund gefahren. Los war zum Glück nix, vmtl. weil Samstag war. Auf dem Weg hielt ich noch kurz an einer Tankstelle – nochmal eine Waffel mit Ziegenkäse kaufen. Später bin ich noch 2x einkaufen gewesen, erst an einem kleinen Supermarkt, dann in einem großen Supermarkt – na verglichen mit den französischen und italienischen sagen wir mal “halbgroß”.

Rentierschinken hatte ich leider keinen bekommen (evtl. bekommt man den eher im Norden oder in Schweden?), dafür kamen mir Elchburger über den Weg – und zwei Sorten Fischburger (im Nachhinein betrachtet schmecken die nicht so wie erhofft, werd ich mir nicht mehr kaufen), sowie noch ein paar andere Kleinigkeiten.

A propos Fischburger, im Einkaufszentrum war auch ein Bergbys wo ich mir ein Lachsburgermenü kauft hab. Im Gegenssatz zu Fastfoodläden in unserer Gegend werden die Burger hier frisch zubereitet und man muss ein paar Minuten warten. Aber das schmeckt man halt. Außerdem werden die Burger nicht mit Tonnen an unhandlichem Gesocks vollgepfercht, keine Tomaten, keine Gurken, kein Mais, keine Zwiebeln, nur grüner Salat (oder gestern glaub ich Ruccola).

Preislich übrigens norwegenüblich – also 120,- NOK für das Menü mit Pommes und 0,5er Cola (light).


^ E18 / Drammen


^ Nähe Hof


^ Skien / Hjelle


^ Ein Fabriksgebäude in Skien mit dem Slogan “Forever until the end” – ist ja irgendwie schon heftig … könnte man auch gut mit einem gewissen deutschen Slogan ergänzen: “Arbeit macht frei – forever until the end” —–


^ Fjordüberfahrt nahe Brevik

Kurz nach 13 Uhr kam ich am Hafen an – der Zoll hat hier (ankommend) anscheinend eine Art Ganzkörper-Scanner für Wohnmobile und LKWs. Hab ich auch noch nie gesehen.


^ Meine heutige Fähre, die Stavangerjord


^ Fährhafen Langesund, rechts ein Ganzkörper-Scanner für Wohnwägen und LKW


^ Der letzte LKW hat dann beim Rausfahren den Scanner beschädigt und sich irgendwo verkeilt :)


^ Fährhafen Langesund

Die Fähre fuhr etwas zu früh ab und war mal wieder sehr leer. Ob das bei den Preisen reicht, um kostendeckend zu fahren?

Leider war’s heute mal sehr stürmisch an Deck, wohl Windböen mit z.T. über 100 km/h auf dem Sonnendeck, man muste schon ankämpfen und ging wie ein Betrunkener. Wg. des kalten Sturmes hielt man es auch nur kurz am Außendeck aus.. also dann eben endlich einen Film am Notebook schauen :) Was aber auch nicht ungestört möglich war, da die Putzcrew meinte mit viel Lärm den Boden ‘ne halbe Stunde bearbeiten zu müssen.


^ Langesundsfjord, die Fähre hat hier doch tatsächlich um 180° gewendet!!


^ Rückblick Langesund


^ Tschüss Norwegen, bis zum nächsten Mal.

Abschiedsschmerz? Nein. Nachdem ich ja nun schon zum 3. Mal in Norwegen war, weiß ich, dass ich jederzeit wieder im Sommer für 2 Wochen hier her fahren könnte. Oder nächstes Mal doch wieder im Winter/Frühjahr?

Noch ein Rückblick bzgl. Hotdogs an Tankstellen.. 2006 war es ja üblich, dass man sich die Röstzwiebeln an der Ketchup-Theke selber nehmen konte. Beim letzten Winterurlaub war das glaub ich durchaus hier und da noch so, aber diesmal hatte man das überall abgestellt, und man musste die Röstzwiebeln stets mitbestellen – und zusätzlich bezahlen!

Bzgl. Reiseroute. 2006 bin ich im Sommer ja umgekehrt gefahren, langsam Norwegen rauf und dann Schweden schnell runter. Ich glaub das ist schöner, weil man den schönen, einsamen Norden dann erst zum Schluss hat. Wäre heute sogar lieber in den leeren schwedischen Wäldern gewesen, die ich letztes Mal doch so extrem langweilig fand, als ich dort 1, 2 Tage durchgefahren bin. Heuer fand ich den schwedischen und finnischen Teil, also Lappland, viel interessanter!

Bzgl. Fähre. Hatte da ja ein bissl was gegessen, war für norwegische Verhältnisse ja recht günstig. 3 Stunden später hätte ich noch gern ein Hotdog gegessen, aber der kleinere Kiosk oben war schon zu, und das Cafe unten wo ich vorhin was gegessen hatte … da lagen immer noch die 3 großen Pizzen und von der Kebappizza fehlte genau mein Stück, der Rest war unberührt. Ebenso gab es noch massig anderes Zeug im Warmhaltebuffet. Versteh nicht, warum sie die Sachen nicht frisch machen, dann hätten sie erstens nix übrig und zweitens würden viel mehr Leute was kaufen als diese halbwarmen stundenlang warmgehaltenen Zeug?!?! Das, was jetzt noch übrig ist, bekommen nun die nächsten Gäste bei der Fährfahrt retour…


^ Fähre


^ Sonnendeck


^ Die Fähre hat sogar ein öffentlich zugängliches Sonnendeck auf der Frontseite! Heute allerdings starker Sturm.


^ Gegenläufiges Bild zu vorhin


^ Aufzug in der Fähre mit riesigem Farbdisplay


^ Das Essen auf der Fähre im SB-Restaurant ist relativ günstig, insb. für Norwegenverhältnisse (knapp 11,- €€ alle drei Sachen).


^ Die Fähre wird mit Gas betrieben


^ Die Einrichtung des Schiffs ist sehr schön, modern und luxuriös


^ SB-Restaurant-Bereich

Um 18:30 kamen wir etwas früher im Hafen in Hirtshals an, ich war heut echt froh, dass die Schifffahrt vorbei war. Das starke “gedämpfte” Fährengeschaukel ging mir heute durchaus auf den Kopf. So schaukelig und kalt-stürmisch macht’s keinen Spaß.


^ Hirtshals


^ Hirtshals Hafen. 2006 bin ich hier mit der Colorline-Fähre zu meiner ersten Norwegenreise aufgebrochen, meine erste Fährfahrt, …


^ Hirtshals Hafen Fjordline. Da sowohl dieses Terminal wie auch das in Langesund neu sind – anscheinend gab’s diese Fähre hier früher nicht?


^ Ob die Überfahrt mit den paar Autos und LKWs bei den Preisen kostendeckend war?


^ Und jetzt über 1400 km Autobahn ..

Hatte mir ja zeitweise ernsthaft überlegt, bis Innsbruck durch zu fahren, dann noch 3 Stunden Ski zu fahren und dann erst zu Schlafen – später war ich dann froh, dass ich es überhaupt bis über die Grenze geschafft hab :) Also wieder am Skandinavienpark übernachten. Dachte da wär’s ruhiger, aber leider parkte ein LKW mit einer lauten Kühlung nahe der PKW-Parkplätze. Nerv.

In Dänemark war ich noch kurz an einem McDonalds, leider haben die dänischen McD wohl noch kein gratis WLan?!

Skandinavien – Lichter des Nordens
Letzter Tag – So, 22.9.2013
– Hoffenltich heim.

Egtl. wollte ich heute je nach Wetter entweder zur alten PHB 4 EUB am Bocksberg oder eben zum Skifahren in den Alpincenter fahren…

Ich weiß nicht mehr genau wann, aber ich hatte schon vor etlichen Tausend km bei manchen Kurven oder anderen Situationen mal ein Schlagen gehört. Konnte es aber nicht nachstellen, also wird schon nicht so schlimm sein.

Nach den vielen Löchern in den bulgarischen und rumänischen Straßen im Winter hatte ich auch nicht gerade das Gefühl, dass alles besser geworden wäre. Irgendwann vor einiger Zeit fiel mir auf, dass das Lenkrad etwas schief steht. Nunja, muss ja auch nix heißen. Und das leichte Ziehen hier und da in eine Richtung kann ja auch von der Straße her kommen.

Nun sind die Straßen in Norwegen auch nicht gerade von besonderer Qualität, teilweise bin ich der Meinung, dass es schlechter als in RO/BG ist. Mit Ausnahme mancher Straßen in Sofia versteht sich :)

Aber in RO/BG/.. sieht man die Löcher wenigstens, da fehlt einfach der Asphalt und es ist ein Loch im Boden, das man tunlichst umfahren sollte. In Norwegen ist das etwas anders, da scheint nur eine dünne Asphaltschicht auf einem recht unebenen steinernen Grund zu sein, so dass anscheinend mit der Zeit größere Steine/Felsen rundliche Hügel auf der Straße bilden. Oder eben rundliche Mulden. Oder manchmal auch Rinnen. Und das alles ist eben so zahlreich, dass man nich bei allen bremsen kann bzw. man bei einigen die Stärke gar nicht einschätzen kann und eben drüber fährt und sich im Nachhinein denkt, autsch, da hättest mal besser abbremsen sollen.

Um den Bogen zu schließen – mittlerweile (seit gestern) hab ich schlagende Geräusche, die eindeutig und dauerhaft nachzuvollziehen sind. Bei jedem stärkeren Lenkeinschlag schlägt’s. Bei einer Lenkraddrehung gleich mehrmals.

Vor wenigen Tagen hatte ich, ein oder zwei Mal, auch gewisse Gerüche im Fahrzeuginneren, die ich nicht nachvollziehen konnte, ob sie von mir kamen oder von draußen, einem entgegenkommenden Fahrzeug oder anderweitig. Hatte so verschmort gerochen. Also gesetz den Fall eine Feder wäre angeknackst und hätte damals bereits einen Teil vom Reifen abgeschabt (was gestunken hätte), hätte ich wohl sicher nicht die letzten 1000-2000 km fahren können?

Jedenfalls steh ich jetzt in Flensburg und werde heute gar keine besonderen Umwege mehr machen, sodern direkt nach Hause fahren, mit maximal 100 km/h auf der Autobahn und möglichst wenig Halten und möglichst wenig Kurven, Einparkmanövern und dergleichen… d.h. auch Tanken an Autobahnentankstellen (was ich preislich sonst nie mach) und kein Halt für anderweitiges Essen.

Morgens in der Tankstelle auf’s Klo, Marzipan-Croissant und leckere Semmel gekauft (wie auch gegenüber im Supermarkt gibts hier Schnitzel und Hamburger mit süßlichem Kraut auf der Semmel, sehr lecker), getankt und los gefahren.

Vorsichtigerweise hatte ich nur noch 90 km/h im Tempomat eingestellt, was sonntags dank weniger LKWs ja recht problemlos geht. Bei über 1000 km allerdings eine langweilige Sache.


^ Elbtunnel Hamburg

Durch die geringe Geschwindigkeit war auch der Verbrauch entsprechend niedrig, so dass mein erster (und einziger) Zwischenhalt an der Raststation Holledau, vor München, zum Tanken war. Ja, leider auch kein KFC-Besuch heute, wollte einfach möglichst weit fahren bevor ich knacksende Kurven fahren musste, die dazu führen könnten, meine Reise unterbrechen zu müssen.


^ Wieder in den Alpen


^ Wenn man auf der Autobahn nur mit ca. 90 km /h fährt, kommt man auch mit 4 l / 100 km durch … (Strecke und Fahrzeit ist aber nicht die gesamte Strecke von heute gewesen!)

Gegen 20:30 Uhr kam ich in Innsbruck an, beim Einparken waren die Geräusche nochmal heftig, so dass ich schon befürchtete, morgen nicht mehr ins Autohaus zu kommen :) Aber auch die 4 Kurven gingen sich am nächsten Tag noch aus.


^ Aufgrund der teuren Preise in Skandinavien hab ich mich diesmal natürlich etwas zurückgehalten :-)

Die Fisch- und Elchburger sind nicht mit drauf. Die Mörsjödeli-Tunnbröd-Chips oben find ich äußerst lecker. Den karamelisierten, süßlichen Ziegenkäse (Gudbrandsdalsost) hab ich großteils eingefroren, ab und zu hol ich mir eine Scheibe raus und esse sie – wie in Norwegen – zwischen zwei weichen Waffelscheiben. Das ist wirklich die beste Methode um diesen speziellen Käse zu essen.

3 Tage später konnte ich mein Auto übrigens wieder abholen. Drehlager vorne links und rechts wurden erneuert. Auf Garantie (“Service-News”). Und angeblich war mein Weiterfahren in dem Fall auch problemlos OK.

Mein Norwegen- und Polarlichthunger ist somit wieder gestillt, auf Platz 1 meiner Fernwehliste liegt jetzt – wieder einmal – Italien, Skifahren mit Blick über die Po-Ebene bzw. im Appennino.

### Ende ###

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