Flachau, 18.4.2020 (Einrad-Skiwanderung)

Sa, 18.4.2020

Nachdem am vorherigen WE das mit “Ski am Einrad” in Fieberbrunn so gut funktioniert hatte und ich damals noch Kraft hatte, war ich für dieses WE auf der Suche nach “mehr”. Bei Betrachtung der Webcams bin ich schlussendlich in Flachau hängen geblieben: Man sah am Berg eine geräumte Straße und noch genug Schnee bis ins Tal. Falls das nichts werden würde, ist ja das Ennstal mit Schladming & Co in der Nähe, wo auch was gehen könnte.

Gefahren bin ich über Fieberbrunn/Leogang und dann Hochkönig, meine übliche Strecke in Richtung Osten. Auf dem Weg kam ich an einigen Skigebieten vorbei ..

(Fotos anklicken zum Vergrößern.)


^ Zumindest unten würde hier was gehen


^ Hier schauts eher schlechter aus


^ Das wäre auch nicht schön zu fahren.


^ Schaut gut aus, aber ob da wo ein geräumter Weg raufgeht?


^ Hier könnte man auch runterfahren


^ Jawollo, Flachau zeigt, wie das mit der Beschneiung funktioniert.


^ Abfahrt am Achterjet, die fuhr ich dann aber nicht


^ Achterjet

In Flachau gab es 3 Einstiegsmöglichkeiten, ich entschied mich für die mittlere, weil die schmäler war und einen SL hatte und die Abfahrt noch durchgehender zu gehen schien.

Seit Fieberbrunn machte ich mir ein paar Gedanken, ob ich auch mein kleineres Einrad als Lastenrad verwenden könnte. Problem bei dem ist, dass ich dort keinen stabilen Trolleygriff hab. Alternativ probierte ich, einen der Skistecken durch den Griff am Rad zu stecken, Rucksack davor und Ski dahinter und Rucksack auf Ski(bindung) fixieren:

.. schien am Parkplatz recht stabil zu sein, also probierte ich es damit. Wobei ich natürlich erst mal die Ski wieder auf den Rucksack tat und das erste Stück mit dem Einrad fuhr. Später stellte sich leider heraus, dass es doch nicht so toll ist, denn: Bei Unebenheiten, wenn das Rad hüpft, rutschen die Ski relativ leicht vom Fußraster runter. Das hält beim größeren Einrad besser, weil die dort aus Metall sind und eine Einkerbung in der Mitte haben.

Was leider auch noch der Fall war, dass die Straße im unteren Teil sehr steil ist und das Rad schon nach 40 hm zum Piepsen anfing – mein Gewicht samt dem Rucksack mit Ski und Skischuhe war für diese Steigung einfach zu schwer. Also umgebaut und zu Fuß weiter. Da zeigte sich noch ein kleiner Nachteil im Vergleich zum größeren Rad: Der Rucksack hängt weniger weit vorne, der Schwerpunkt mittiger, daher zieht das Rad weniger stark.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich später 1x oder 2x wieder umgebaut hatte, um noch ein paar Höhenmeter auf dem Rad zu fahren, vielleicht waren es in Summe dann 100-150 hm, den Rest ging ich also zu Fuß rauf mit Ski und Rucksack am Einrad, das mich zudem etwas bergauf zog, solang die Straße nicht zu steil war – da fuhr es eher nur neben mir her …


^ Das erste Stück war so steil, dass ich noch unten bei den Häusern vom Rad ging und zu Fuß ging. Die Straße geht geteert weiter.


^ Also mal ehrlich, aber Skigebiete, die ihren Schleppliften den Namen Bingojet oder Dinojet geben, sollten auch ohne Virus nicht mehr öffnen dürfen. Leider gibts kein Antiverdummungsgesetz…


^ Auch weiter oben gabs immer wieder mehrere Abfahrtsmöglichkeiten. Das flache Stück hier bin ich mal wieder ein wenig mit dem Rad gefahren


^ Der Skitourengeher war trotzdem schneller als ich.


^ Weiter oben wurde die Straße leider noch nicht durchgehend geräumt, so dass ich mehrmals tragen musste.


^ Tendenziell schon eher flach hier


^ Nochmals tragen


^ Kurz vor der 8EUB-Bergstation und kurz vor dem Gipfel schaut das Skigebiet schon interessanter aus. Links Starjet 3 (die Starjet- nicht mit der Spacejet-Liftkette zu verwechseln, ist wohl auch nicht so einfach)

Nach etwas über 2,5h erreichte ich die Bergstation des Achterjet, was ca. 740hm sind. Zwischendrin musste ich ein paar Schneefelder überqueren, d.h. Ski+Skischuhrucksack+Einrad tragen, was in Summe immer recht schwer ist. Wenn ich ca. 140hm mit dem Rad gefahren bin, bin ich trotzdem noch 600hm zu Fuß rauf, was mir ohne der Hilfe des Einrads sicher mehr Kraft und Schweiß gekostet hätte.

Nach der Pause ging ich nochmal ca. 90hm weiter, wieder 2 Schneefelder queren, dann war ich aber doch ziemlich fertig nach also in Summe ca. 840hm. Vielleicht würd ich mit dem größeren Einrad noch mehr schaffen, weil ich da den Schwerpunkt mehr nach vorne lagern kann, so dass es mich an der Hand noch mehr nach oben zieht. Das Problem ist halt eher, dass man erst mal solche Möglichkeiten finden muss, wo man 600-1000hm geräumte Straße oder Weg hat, um dann auf einer noch mit Schnee versehenen Abfahrt abfahren zu können…


^ An der 8EUB angekommen, machte ich eine Pause und überlegte, ob ich noch weiter hinauf möchte..


^ Netterweise luden alte Zweiersessel zum Verweilen ein


^ Halbes Bernerwürstelhotdog von der gestrigen Essensbestellung, das Brot war diesmal leider etwas zäh.


^ Später entschied ich, doch noch bis zum grünen Haus zu gehen, wohl wissentlich, dass ich wohl noch mehrmals die Sachen über ein Schneefeld werde tragen müssen


^ 8EUB Bergstation


^ Akku sagt noch 26%, sollte das bisschen zum grünen Haus wohl noch reichen. Das ist der Vorteil an meinem kleineren Einrad, dass man den Akkustand via Bluetooth auslesen kann. Das größere und etwas ältere kann nur via LED voll/66%/33%/leer anzeigen.


^ Da ich jetzt schon ziemlich kaputt war, ging ich hier nicht rechts weiter ..


^ .. sondern nur noch zu dem grünen Haus.

Oben angekommen aß ich den Rest des Hotdogs und kämpfte ein wenig gegen Ohnmächtigwerden beim Kopfsenken im Zuge des Skischuhanziehens. Auch wenn das kleinere Einrad am Rücken etwas leichter ist, war das nach der Anstrengung bergauf auch abwärts eher anstrengend, zumal die Abfahrt ja lang war und ich mir entsprechend Zeit ließ, lt. GPS-Track brauchte ich über eine halbe Stunde, inkl. Straßenquerungen und kurzen Fotostopps. Wie sicher bereits bemerkt, hab ich bei diesen Touren meine normale Cam nicht dabei, weil ich die nicht laufend aus dem Rucksack nehmen könnte – stattdessen fotografier ich mit dem Handy, das in der Hosentasche steckt.

Leider war der Schnee nicht so gut wie in den Skigebieten das WE zuvor, es pappte leicht und vielleicht auch weil die Abfahrten hier eher flach waren, machte es etwas weniger Spaß als in Fieberbrunn zuletzt.


^ Die Abfahrt war kompakt und etwas pappig-firnig


^ Hier unten war der Schnee am besten, sprich, firnigsten; vielleicht auch weil die Abfahrt etwas steiler war


^ Ende der Abfahrt am SL, der im Plan keinen Namen hat. Vielleicht SL Zeitmessstreckejet


^ Soll das das kürzeste Skiförderband der Welt sein? Bei aller Skiverrücktheit, aber wenn das während des Coronastopps in Betrieb sein dürfte, ich würd verzichten. Natürlich ist mir klar, dass das für ganz kleine Kinder ist, aber trotzdem, das bisschen könnten die Kids doch auch zu Fuß aufsteigen, oder?


^ GPS-Track 18.4.2020


^ Was mich etwas verwundert hat, dass dieses Partyhouse ..


^ .. zu einem 4-Sterne-S-Hotel gehört. Man müsste doch meinen, dass die, die sich ein 4*S-Hotel leisten können, reif genug sind und nicht ihr Geld in einem “Yeti-Partyhouse” rausschmeißen wollen? Andererseits gibt’s auch in Ischgl haufenweise 4- und 5-Sterne-Hotels, also sind es vielleicht genau die jungen Bänker & Workaholics, die in ihrem Urlaub aus ihrem langweiligen Arbeitsleben ausbrechen wollen? Egal, was interessiert mich das.

Retour fuhr ich statt über Hochkönig über Zell am See, dann aber wieder über Leogang-Fieberbrunn nach Hause.


^ Talabfahrten noch gut eingeschneit, ich nahm, wie gesagt, die mittlere


^ Auch diese Talabfahrt ist noch gut weiß


^ In Wagrain schauts ebenfalls noch gut aus + man sieht auch eine geräumte Straße auf den Berg hinauf


^ In Zell am See liegt dagegen weniger Schnee auf den Talabfahrten


^ In Zell am See liegt dagegen weniger Schnee auf den Talabfahrten


^ Der Stanglwirt hat einen Außenkiosk, wo man Essen bestellen + abholen kann; oder auch Snacks


^ Ich kaufte mir eine Schweinsbratensemmel – leider gab es kein Apfelmus, das fand ich in UK letztes Jahr ja recht lecker. Ist mit 3,- € auch preislich OK. Das Cornetto Erdbeer, das ich noch dazu nahm, kostete ebenfalls 3 €.


^ Regenbogen nahe Itter, leider entgegen der Fahrtrichtung

Nachdem das doch ein recht anstrengender Tag war, wollte ich tags darauf, am Sonntag, keine Tour unternehmen und blieb stattdessen daheim.

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