Bödele, 2.12.2017 / Nostalschi im Bregenzerwald

Hja, was war das am Freitag Abend wieder ein Kampf. Sämtliche geöffneten Skigebiete in Wochenendausflugsreichweite (und wo brauchbares Wetter werden sollte) checken – was interessiert mich, was kostet es, was kosten die, die mich weniger interessieren … Die meisten, die mich interessierten, hatten dann doch wieder zu wenig offen oder zu wenig für den verlangten Kartenpreis und einige derer, die mich nicht interessierten, hatten zwar vergünstigte Tageskarten. In der Schweiz waren die Wettervorhersagen leider nicht sehr berauschend, obwohl es da einige gegeben hätte (und ich auch einige 50%-Tageskarten auf ticketcorner gekauft hab, die ich nun im Laufe der Saison einlösen muss).

Zwischendrin lag noch Vorarlberg, genauer gesagt der Bregenzerwald am Bodensee. In dem Bereich wollte ich heuer eh 2 Tage verbringen (Hochgrad, Andelsbuch und/oder Alberschwende). Bödele und gegenüber Andelsbuch meldeten quasi Vollbetrieb. Nostalgie am Bodensee, mit Pulverschnee und ohne Kunstschnee, das verspricht doch nett zu werden. Andelsbuch war ich ja schon mal und da wusste ich, dass mir ein halber Tag nicht ausreichen wird. Auch am Bödele schien mir ein halber Tag nicht zu reichen, also dann 2 Tage. Aber auf booking.com ein Zimmer zu finden war schwierig, zumindest wenn man wie ich normalerweise nicht mehr als 50,- € ausgeben will, aber auch normalweise nicht eine Bewertung von unter 7 akzeptieren will. Außerdem ist die Region nur 200km entfernt, so dass ich selbst bei 50,- € günstiger weg komm, wenn ich heim fahr und morgen nochmal her .. Nach langer Suche hab ich mich für ein Hotel auf deutscher Seite nähe Oberstaufen (ca. 30-35km entfernt) entschieden, 49,- €, 4 Sterne, sehr gute Bewertungen und ein angeblich sehr reichhaltiges Frühstücksbuffet.

Unterwegs war ich mit dem Qubo, da ich km-mäßig momentan etwas für die große Reise “sparen” muss, was übern Arlberg allerdings weniger prickelnd war, weil die Straßen etwas schneebedeckt waren und ich am Qubo jetzt nur noch Ganzjahresreifen drauf hab, weil ich ja im Winter egtl. nur noch mit dem Ignis fahren will. Ging aber. Nicht gecheckt hatte ich, dass die Verbindung Lech-Warth noch offen gewesen wäre, das kapierte ich erst hinter Dornbirn an einem Straßenöffnungs-Schild, so dass ich mir das für die Retourfahrt vornahm.

Wettermäßig war für morgen etwas mehr Nebel gemeldet, und da Andelsbuch höher liegt und ich somit hoffte, dort morgen über dem Nebel sein zu können, entschied ich mich für den ersten Tag für’s Bödele. Dort wiederum entschied ich mich für den untersten SL Halde als Einstiegspunkt. Tageskarte (Vollpreis, 32,70) ging leider un-nostalgisch auf eine Chipkarte, die ich nachmittags wieder retour geben musste. Hätte ich mal zuvor gefragt. Allerdings war der SL Halde schon mal der beste Lift des ganzen Tages. Lang, steil, Kurzbügler und eine Kurve. Eine handvoll Abfahrten, wobei einige unpräpariert waren, d.h. heute frischer Pulver-Tiefschnee. Nur unten stand vereinzelt eine Schneekanone und auf den Pisten war hier und da auch etwas Dreck. Aber vorsorglich hatte ich die alten Allmountain-Ski an.

Leider liegt der SL Halde zu tief und es gibt keinen Verbindungslift, so muss man mit dem Skibus fahren. Dieser sollte lt. Kasiererin halbstündig fahren, aber wie sich dann später herausstellen sollte, fuhr er jetzt in der Vorsaison nur stündlich – zum Glück musste ich nur ca. 20-25min warten, bevor er dann fast komplett voll ankam. Trotzdem gab es auch am nächsten Kurzbügel-SL keine Wartezeiten. Die zweite positive Überraschung war dann der Doppel-Kurven-SL Alpenblick “oben links” wg. seiner netten Trasse und den Abfahrten rechts. Die Verbindungspisten oben+unten zum rechten Skigebietsteil waren leider anstrengend (da Schieben) und dieser rechte Teil mit der 4SB als Hauptanlage fand ich dann auch eher langweilig und durchschnittlich. Wer die linken SL toll findet und nur einen halben Tag Zeit hat, kann getrost auf den rechten Teil verzichten.

Leider war es doch nicht ganz so sonnig wie gemeldet, insb. der rechte Teil bzw. der Gipfelbereich war doch öfters mal in Nebelwolken, auch der Blick zum Bodensee war wieder einmal eher schlecht als recht. Kurz vor 16 Uhr nahm ich nochmal eine Fahrt am SL Halde, wobei ich erst durchs Drehkreuz ging, dann abgeschnallt + zur Kasse + Skipass retour gegeben + nochmal raufgefahren (ja, “letzte Fahrt”, ich weiß, ich hab eh keinen Skipass mehr!) und dann mit Schuss zum Parkplatz.

(Fotos anklicken zum Vergrößern.)


^ Pistenplan. Und das, was geschlossen war, war eben offpiste im Tiefschnee fahrbar ;-)
Eine 4SB und sonst nur SL, ist doch mal nostalgisch.


^ GPS-Track 2.12.2017


^ Kurven-SL Halde, positive Überraschung des heutigen Tages erster Teil


^ Rechts vom SL Halde ging es wohl einst zu einem weiteren Lift


^ Abfahrt SL Halde


^ Abfahrt SL Halde


^ Kurven- und Kurzbügel-SL Halde


^ Kurve SL Halde. Dass ich hier mal wieder zu so einer Kurve komm, hatte ich nicht erwartet.


^ Kurve SL Halde.


^ Abfahrt 10 SL Halde, unpräpariert und toller Pulver


^ Abfahrt am SL Hag, nicht in Betrieb, aber ja auch nicht nötig, man kommt unten zum SL Halde rüber.


^ Variante am SL Halde


^ Tiefschnee am SL Hag


^ Rechts vom SL Halde (ging es wohl einst zu einem weiteren Lift?) – ich fuhr den Spuren mal nach, aber man kam dann doch bei weitem nicht zu den oberen Liften – sondern nur zu einer Bushaltestelle.


^ Abfahrt SL Halde rechts / zur Bushaltestelle nach weiter oben


^ SL Hochälpele, wieder ein Kurzbügler und der längste Lift im Skigebiet (1700m laut Plan).


^ Doppelkurven-SL Alpenblick, der zweitbeste Lift im Skigebiet und Überraschung des Tages zweiter Teil


^ Abfahrt SL Alpenblick


^ SL Alpenblick


^ Abfahrt 2 am SL Alpenblick


^ SL Alpenblick, erste Kurve


^ Abfahrt 5 am SL Alpenblick, im oberen Bereich noch ganz nett ..


^ .. im unteren Bereich dann eher langweilig


^ SL Alpenblick


^ Die 2. Kurve am SL Alpenblick


^ SL Seeblick


^ Die Verbindung vom SL Seeblick rüber zum rechten Skigebietsteil ist müßig; die Verbindung ganz unten retour zum SL Hochälpele ebenfalls. Besser gehts auf der Verbindung in der Mitte.


^ 4SB Lank. Abgesehen vom Blick zum Bodensee ist der rechte Skigebietssektor eher langweilig


^ Abfahrt 3 an der 4SB Lank mit Blick zum Bodensee, grad, dass man ihn sehen kann..


^ IR-Pano Bodensee


^ IR-Zoom Bodensee


^ Übungs-Doppel-Tellerlift Obdachloser, nein Oberloser, nein Oberlose.


^ Untere Verbindung, also retour zur Talstation SL Hochälpele. Fing gut an, aber später musste man auch wieder schieben.


^ SL Weißtanne, ließ ich aus. Das hätte schon was altes (italienisches) sein müssen, dass ich mir für den Lift die Ski ausgezogen hätte und über die Straße gegangen wäre ;-)


^ Talstation einer PHB-4EUB .. könnte man meinen! Ist aber der SL Hochälpele (plus Restaurant)


^ Tolle, steile Skiroute 2 am SL Alpenblick (griffiger, unkünstlicher Naturschnee)


^ Tolle Skiroute 2 am SL Alpenblick


^ SL Alpenblick


^ SL Alpenblick


^ Zu wenig Schnee hat’s hier oben nicht ;-)


^ Kurzbügel-SL Hochälpele mit einigen alten halbseitigen Niederhaltern, aber blaue Abfahrten direkt am Lift entlang, selbst bei Nichtmodellierung, find ich doch eher langweilig.


^ Rote Abfahrt (und kleiner Offpistebereich) rechts vom SL Seeblick


^ Abfahrt 6 an der 4SB Lank, in der Mitte kann man vom und zum SL Seeblick wechseln


^ Verbindungs-Skiroute 3 zum SL Halde, hätte ich mir vom GE-Sat-Bild interessanter vorgestellt.


^ Verbindungs-Skiroute 3 zum SL Halde, im unteren Bereich kann man entweder den Skiweg nehmen oder den unpräparierten und interessantesten Hang der Verbindung nehmen.

Fazit: Nettes Nostalgie-Skigebiet, gefiel mir abfahrtsmäßig mit den linken beiden SL viel besser als Alberschwende vor einigen Jahren; bzw. würde ich das nächsten Mal die beiden Skigebiete eher mit je einem Halbtag verbinden und jeweils die uninteressanteren Gebietsteile auslassen. Wobei Alterschwede, meine Alberschwende, samt seines ESL dieses WE ja leider noch geschlossen war. Andelsbuch, das ich ja dann am nächsten Tag besucht hab, sollte man aber nicht mit einem anderen Skigebiet verbinden, viel zu genial, die ganzen Varianten, da braucht man einen Tag :) Evtl. schaff ich’s heuer noch auf’s Hochgrat, evtl. fahr ich da mal noch für 1-2h zum ESL in Alberschwende rüber.

Das Hotel war dann durchaus ganz nett, auch das Zimmer. Für mich ja sehr ungewöhnlich, an der Rezeption deutsch sprechen zu können. Restaurant war auch gleich geöffnet, die Portion Allgäuer Käsespätzle samt Salat zwar nicht so günstig, aber sehr viel – zu viel für mich heute Abend. Am verstörendsten fand ich, dass ich erst mal gefragt wurde, was ich zu trinken möchte, bevor ich die Karte bekam. Ja, ich weiß, ist üblich in Deutschland, aber wenn man fast ausschließlich in Frankreich und Italien essen geht, ist man es weder gewohnt, sich einfach auf einen Tisch zu setzen (ohne sich einweisen zu lassen) und erst recht nicht gewohnt, dass man gleich das Getränk bestellen muss. WLan war leider auch zu vergessen (ultra-langsam), aber dank des günstigen EU-Roamings ja nicht mehr so nötig.


^ Hotelzimmer im Allgäu

(Fortsetzung folgt.)

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