SdI 2009 Tag 7: Laceno, 27.2.2009

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27.2.2009, “Schiro” d’Italia – Der verflixte 7. Tag – Laceno (K)


^ K: Laceno


^ Blick vom Zimmer richtung Skigebiet

Der heutige Tag hat mich vor neuen Herausforderungen gestellt: Auf dem Weg zum Sessellift in Laceno war ich – wie so häufig – abgelenkt und mein Unterbewusstsein konnte sich wohl nicht entscheiden, ob es die Straße gerade aus oder nach links in den Parkplatz nehmen sollte. Oder anders gesagt: Der Kurvenradius in Verlängerung endete nicht in der gewollten Straße, sondern an einem Baum und einem Verkehrsschild. Da half auch das Bremsen nichts mehr und zum Lenken fehlte die Reaktionszeit.


^ .. wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen …

09:51 – Und es hat Bumm gemacht. Kurz zurückgesetzt, was noch ging, und schon Hoffnungen gemacht, dass alles gar nicht so schlimm sei. Nun, ausgestiegen und gesehen: Da muss ich in eine Werkstatt und den Abschleppwagen rufen.


^ Ein kapitaler Schaden …

09:53 – Ich rufe also die ÖAMTC-Hotline an, die mir erklären, dass sich innerhalb der nächsten Stunde der ACI melden wird. Auf meine Frage, ob ich die Carabinieri wg. des etwas beschädigten Schildes anrufen soll, meinten sie: Wäre vielleicht besser.

10:00 – Ich versuche den Carabinieri klar zu machen, was passiert ist. Englisch redete der nicht, und ich hoffe, er verstand, dass ich incidente meinte, als ich accidente sagte und damit Unfall meinte. Straßenschild hab ich im Wörterbuch nachgeschlagen. Er meinte zuerst, ich solle ihm einen italienisch sprechenden geben. Hä? Da ist keiner. Ja wie keiner? Nein, nur ich und das Straßenschild. Nun, seine Antwort war: Kein Problem. Fein, spar ich mir wenigstens diese Kosten! Ok, das hätte eh die Versicherung übernommen..

Ich sammle also meine rumliegenden Plastikteile und mein Nummernschild ein und stelle so für mich fest, dass es eigentlich gar nicht sooo schlimm aussieht.

10:30 – der ACI versucht mich anzurufen, was mangels Telefonempfang etwas schwierig wurde, also rief ich zurück. Nach Erklärungen und Verbindungen wurde mir gesagt, dass die nächste Karosserie-Werkstatt in Montella sei und es ca. 30min dauert, bis der Abschleppwagen kommt.

11:15 – der Abschleppwagen kommt endlich, will umkehren – und steckt im Schnee fest. Zufällig kam ein Jeep des Weges, ein Pfiff und der Abschleppwagen wurde mittels Stahlkette sozusagen kurz selbst abgeschleppt :)

Der “Abschlepper” zieht meint Auto rauf, und ich erkläre ihm, dass ich nur heute hier wäre, und ich nächste Woche noch skifahren möchte, worauf er meinte, dass das Auto nicht so schnell repariert werden könnte und es heim nach Österreich müsse.

Auf der Fahrt hinab nach Montella hab ich ihm erklärt, dass ich ja noch weiter in den Süden möchte und evtl. Dienstag oder Mittwoch wieder hier wäre – ob mein Auto nicht doch bis dahin repariert werden könne, so dass ich wieder damit heimfahren könnte? Nun, es stellte sich heraus, dass das wohl möglich sei.

Beim Abladen meines Autos sah ich, dass nicht nur die Außenkarosserie etwas beschädigt ist, auch an der Achse/Spur war ‘was beschädigt. Also nix mit Reifen wechseln und gut is.

Etwas komplizierter gestaltete sich die Mietwagengeschichte, da ich keine Kreditkarte hatte, so konnte der ÖAMTC keinen Leihwagen organisieren, und der Abschlepper – seines Zeichens Mitarbeiter in einer kleinen VW-Renault-Werkstatt – hat einen Mietwagen einer lokalen Firma organisiert (bzw. ist das eine Subfirma bei denen oder so). Hatte ihn bei sich stehen. Kaution 500,-.

Also musste ich zur Bank, ein anderer Mitarbeiter hat mich dort hingefahren. Das Abheben ging aber nicht. EC-Leitung derzeit nicht in Funktion oder so. Zur nächsten Bank. Gleiches Problem.

Zum Glück war die Bank gerade offen, also versuchte ich, hineinzugehen. Was gar nicht so einfach war, bzw. hab ichs nicht gecheckt, und ging zurück zum Werkstatt-Mitarbeiter, der es mir dann zeigte, wie ich reinkomm: Man muss die “Türe” seitwärts nehmen, zuvor einen Knopf drücken. Man kommt in so ein kleines rundes Kämmerchen, nach 2-3 Sekunden kommt man im 90°-Winkel durch eine andere Türe raus! Scheint also eine Sicherungsmaßnahme zu sein, vermutlich mit Metalldetektor oder gar Body-Scanner! Kurios. Hab dann den Bank-Mitarbeiter gebeten, mir zu helfen – er hatte mir dann erklärt, ich könne nur die angezeigten 250,- auf einmal abheben, und den Rest (zu den 400,- Tageslimit) beim zweiten Mal. Na supi, woher soll man das denn wissen? Das ging jetzt jedenfalls.

Wieder in der Werkstatt war der “Abschlepper” noch beschäftigt, den Papierkram für die Abschleppung und den Mietwagen zu machen, und meine Dokumente zu kopieren.

13:30 – endlich hatte ich alles geklärt und den Mietwagen in Händen: Einen Fiesta Diesel. Wenigstens keine größere Umstellung, von der Kupplung und der manuellen Schaltung mal abgesehen.

14:00 – Ankunft wieder in Laceno am Sessellift, Nachmittagskarte um 10,- gekauft.

Nun, Laceno blieb weit hinter den Erwartungen zurück: Homologierte Abfahrten, und die schwarze rechte Hintenrumabfahrt gesperrt und mit einem Schild versehen, dass man besser nicht alleine fahren soll. Bin zwar mal kurz den Weg gegangen, aber nicht weit genug, um den Start der Abfahrt zu sehen. Später, daheim, in Innsbruck, in Google Earth – da sah ich, dass das doch ne richtige Abfahrtsschneise gewesen wäre – eine schöne schmale Waldabfahrt. Ärgert mich, die schaut auf dem Sat-Bild echt genial aus…


^ Pistenplan


^ Kinderland, DSB (links) und stillgelegter SL (rechts)


^ Ex-SL


^ DSB Sektion I und Talabfahrt


^ DSB Sektion I – Bergstation und Sektion II – Talstatoin


^ DSB Sektion II und Abfahrten


^ Start zur rechten schwarzen Abfahrt 1 – Nordica.


^ Etwas abschreckendes Schild an der Abfahrt Nordica. Heißt wohl soviel wie, dass man zumindest paarweise – also nicht allein – fahren soll …


^ Linke Abfahrten an der Sektion II


^ DSB Sektion II Bergstation


^ Ohne Wolken hätte man hier sogar Meer-Pano.


^ Eine der linken Abfahrten 4 oder 5 der Sektion II


^ Schwarze Abfahrt 3 an der Sektion II


^ Blick zum Lago Laceno


^ Schwarze Abfahrt 3. Ziemlich komplett modelliert. Unten die beiden DSB-Stationen.


^ Skiweg Abfahrt Nordica


^ Skiweg Abfahrt Nordica. Hier hab ichs dummerweise gelassen und nicht weiter nach einer Schneise gesucht – weil ja eh gesperrt und so. Als ichs mir später in GE angesehen hatte *arschbeiß*


^ GPS-Track. Man kann auch gut die rechte Nordica-Abfahrt erkennen, die ich leider nicht gefahren bin …


^ Talabfahrt. Komplettmodelliert. Gähn.


^ Talabfahrt. Sehr leicht.


^ Auch hier gibt’s einige aufgelassene Häuser

Außerdem bewölkt, so dass man das Meer nicht sehen konnte. Gegen 15:45 hab ich’s somit wieder gelassen mit der Erkenntnis: Wär ich mal besser nicht nach Laceno gefahren, hätte mir viel Geld und Probleme erspart.

Ok, im Nachhinein muss man wohl froh sein, dass es nur ein Baum war und kein Auto oder Mensch oder Abgrund… auch die Kosten sind hier recht günstig, um 350,- wird er mein Auto wieder flott machen, dank günstigen 25,- Stundenlohn (wir in Innsbruck verlangen über 100,-!). Die Feinarbeit werd ich dann aber in Innsbruck machen lassen – oder auch nicht, je nach den Kosten und wie schlimm es ausschaut. Hoffentlich brauch ich in den nächsten Tagen keine Ketten, da wären jetzt nämlich keine im Auto – genausowenig wie ein Eiskratzer. Ufz…

Ein bissl durch den Plan wirft mich das schon – weil ich eigentlich am Dienstag in Sizilien sein wollte, und evtl. dort einen Puffertag brauch, falls das Wetter müllig ist. Derzeit schauts sowieso nicht gerade gut aus, ab Sonntag solls schlechter werden und ne wirkliche Wetterbesserung ist bis Dienstag mal keine in Sicht… Also fraglich, ob ich mit dem Mietwagen bis nach Sizilien fahr oder stattdessen am Dienstag einen Autotausch-Tag einlege…. (was wiederum blöd wäre, wenn mein Auto dann doch am Dienstag nicht mehr oder erst gegen Abend fertig werden würde…)

Nochwas: Es ist echt erstaunlich, wieviel Hunde hier in der Mitte und im Süden Italiens überall auf den Straßen unterwegs sind! Also eher im dörflichen Bereich. Liegen mitten auf der Straße, streunen in Gruppen umher….

Weiter gings erst mal nach Sellata. Hier unten sind netterweise sogar die meisten grünen Autobahnen mautfrei, aber viel Autobahn wars eh nicht.


^ Auf der A3, eins der wenigen baustellenlosen, alten Stücke

Gleich am Sellata-Pass hab ich mir das erste 3-Sterne-Hotel “Hotel Sellata” geschnappt, war ausnahmsweise mal ein Glücksgriff: Eigentlich nur Doppelzimmer und eigentlich Halbpension erst ab 4 Tage, aber er hatte wohl seinen guten Tag und wenig Gäste, jedenfalls hab ich die HP auch um 50,- bekommen. Schönes, neues, modernes Haus, etwas im Alpin-Rifugio-Stil, also viel Holzverkleidung, Schrägdach, schön eingerichteter Speisesaal, gutes und großes Abendessen. Eh klar, dass dann das Frühstück umso winziger ausfallen musste: Heißgetränk plus ein abgepacktes Croissant – das war’s dann… Hmpf.

Irgendwie bin ich hier gar nicht mal soweit weg von Innsbruck: 1.100km. Im Vgl: In die Französischen Südalpen sind’s auch schon 700km, nach Kiel auch knapp über 1000km, also ungefähr die Strecke, die Holländer nach Österreich fahren… Massif Central wäre ebenfalls so um die 1000-1100km weg, Vom Etna aus werdens jetzt dann 1500km werden, Pyrenäen und Griechenland auch jeweils um die 1500-1600km. Da sieht man mal wieder, wie zentral Innsbruck liegt, alle europäischen Skidestinationen sind im Umkreis von 1500km :) Nur nach Skandinavien wären es etwas mehr, Zentral-Norwegen 1800km und Nord-Norwegen über 3.000km … hachja, Norwegen, das wollt ich doch auch mal im Winter ….

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